ich, ca 1983

 

Ich erblickte 1962 in Dresden das Licht der Welt. Sehr zum Ärgernis meiner Mutter, soll das erste Wort das ich gesprochen habe, nicht Mama oder Papa gewesen sein , sondern „Atto“. Meine Leidenschaft für alles was Räder hat begann also sehr früh. Ca. 3 Jahre nach meiner Geburt, zogen meine Eltern vom Stadtrand mitten in die innere Neustadt an den Platz der Einheit ( so hieß er zu DDR Zeiten – heute Albertplatz). Unser Wohngebiet war damals noch recht trostlos. Überall Ruinen – in Dresden dauerte der Wiederaufbau etwas länger, da man sich nicht entscheiden konnte, wie man die einst so schöne Stadt gestaltet. Ich kann mich noch gut an die Neustädter Markthalle erinnern, die zu dieser Zeit noch eine war, mit vielen verschiedenen Ständen. Auch gab es noch den Rundbau des Zirkus Sarrasanni, der als Altstoffhandel genutzt wurde.

unser Wohnhaus Albert Platz 1 um 1940

 

...um 1980 nun Platz der Einheit 1

 

...der Abriß im Winter 1985 / 86 

 

...ab Herbst 1989

... Herbst 2002, seit 1990 wieder Albertplatz

... Mai 2009, vom selben Standort wie die Bilder von 1940 - 1989. Die Häuser im Hintergrund sind "zugewachsen". Dieser Teil des Albertplazes wurde nun schon wieder umbenannt in Jorge-Gomodai-Platz

Zwischen all den Ruinen und wilden Wiesen tauchten manchmal abgestellte Autowracks auf, in denen wir als Kinder spielten. Da gab es zum Beispiel einen alten Busanhänger, ein Garant 30K und ein VW Käfer.

 

Ich erinnere mich noch an Pferdewagen, die Eis für Eisschränke verkauften und mit Handglocken ihre Ankunft ankündigten. Nach dem Neubau der Carolabrücke begann auch in der Dresdener Neustadt der Wiederaufbau. Der Zirkusrundbau verschwand, aus der Markthalle wurde ein Supermarkt, die Ruinenlandschaft und so mancher den Krieg überstandener Altbau wich den allgegenwärtigen WBS 70 Neubauten.1979 wurde der erste Teil der verlängerten Fußgängerzone aus der Altstadt kommend seiner Bestimmung übergeben.
Trotz all dem hatte ich eine schöne Kindheit.
 

... meine ehemalige Schule 2002

 

Nach meinem Schulabschluss begann ich eine Lehre als Elektromechaniker. Zum Glück konnte ich im Rahmen meiner Ausbildung 1980 den Führerschein für Kleinkrafträder und 1982 für PKW erlangen. Für ein Moped, damals waren S50 „in“, reichte mein Geld leider nicht. Durch einen Zufall kam ich jedoch an Leute die sich mit alten Autos beschäftigten. Und so auch günstig an meinen ersten F8 Kombi. Der war grün, leider existieren von ihm keine Fotos und ihm war auch kein langes Leben beschert. Ihm folgte „Effi“ 8 Nummer 2 mit dem ich zu dieser Zeit viel Freizeit verbracht habe. Natürlich in erster Linie immer wieder Reparaturen. Aber er hat mich sicher durch den Harz begleitet und ebenso zur Ostsee gebracht. Leider wurde ihm mit seinem Lederdach der Umstand, dass ich keine Unterstellmöglichkeit besaß, zum Verhängnis.
 
der "Effi" 1983
 
...auf Harzrundfahrt
 
...und immer wieder Reperaturen!
 
Beruflich wechselte ich 1983 zur Post, da mir die Fließbandarbeit als Elektromechaniker zu eintönig war. Neben meiner Tätigkeit als Hauptzusteller gelang mir die zweite Ausbildung zum Postfacharbeiter, was in der DDR problemlos, und vor allem ohne Lohneinbuße möglich war.
 
 

... bis 1994 noch das Postamt Bad Weisser Hirsch

 

Mittlerweile war auch unser Wohnhaus an der Fußgängerzone den WBS 70 zum Opfer gefallen. Ich bekam eine Wohnung in der Äußeren Neustadt auf der Prißnitzstraße. Dort erlebte ich den Umsturz ( gegen das Wort Wende wehre ich mich) in der DDR.

 

 

Wie wir alle wissen, trat nicht plötzlich Gerechtigkeit ein. Und auch die neu gewonnene Freiheit der ehemaligen DDR Bürger stieß ganz schnell an ungeahnte Grenzen. Jetzt regiert ausschließlich Geld die Welt und manche selbstverständlich gewordene „Menschlichkeit“, wie zum Beispiel gleicher Lohn für gleiche Arbeit stehen heute (über 20 Jahre nach dem Umsturz) in den Sternen. Ich möchte die DDR auf gar keinen Fall glorifizieren, aber der Umstand, dass ich überlegen muss, ob ich mir diesen Monat überhaupt einen Arztbesuch leisten kann, während Landsleute sich Kliniksuiten mit extra Personal reservieren können, wirft viele Fragen auf.

 

Ab 1985 wohnte ich auf der Prießnitzstrasse in einem Hinterhaus in der Äußeren Neustadt.
 
 

das Haus steht heute immer noch

 

 

1997 zog ich von der Großstadt Dresden in die Eifel. Eine Flucht vor der sich immer schneller drehenden Zeitspirale und der im Dauerstau verbrachten Freizeit. An eine Übernahme eines Ostpostarbeiters in das noch vorhandene Westpostbeamtengebit war freilich nicht zu denken. So arbeite ich hier seit 14 Jahren auf dem Bau ...

 

Und so wohne ich jetzt:
 
 
Meine Freizeit verbringe ich heute nicht nur mit Automodellen aus vergangener Zeit sondern auch noch mit jeder Menge Haustieren und Gartenarbeit.

 Abicht2

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letzte Änderung 14.01.2010

 

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